Die Polizei dein Freund und Helfer

Nach einem schönen Wochenende in Mainz-Gonsenheim machte ich mich heute mittag so gegen zwölf wieder auf den Weg in Richtung Trier. Bereits vor einigen Monaten hatte sich nach einem Steinschlag ein kleiner Riss in der Windschutzscheibe gebildet, der sich bis heute nicht verändert hatte. Bis heute… Durch das wunderbare Sommerwetter hatte sich dich Scheibe ziemlich aufgeheizt, war aber auch von Pollen so sehr bedeckt, dass ich aus der Scheibe kaum was sehen konnte. Aus diesem Grund hatte ich nichts besseres zu tun, als meine Scheibenwaschanlage zu betätigen. Und schon wars passiert… „crack“, wie in der Werbung. Na gut, mitten in Gonsenheim an einem Sonntag eh nicht zu ändern. Hab mir halt gedacht, hast du dein Pech für heute schon gehabt und bin weitergefahren…

Ich kam auch auf der B 50 ungefähr bis 4 km an den Flughafen Hahn ran, da fing mein Auto dann irgendwie an langsamer zu werden, es rumpelte ein bißchen und in der nächsten Sekunde stank es dann nach verbranntem Gummi. Also, rechts ran, Warnblinker an, raus aus dem Auto, und schon hatte ich die nächste Überraschung für den Tag: Rechter Hinterreifen geplatzt! Aber wozu ist man denn beim ADAC (und auch noch als Plus-Mitglied)? Ich also dort angerufen, und schon als es klingelte fiel mir auf, ich hatte keinen Plan, wo genau ich mich befand, weit und breit war kein Straßenschild zu sehen. Gemeinsam mit der netten Damen vom ADAC-Telefon arbeiteten wir uns dann vorsichtig an meine Standortbestimmung ran. Auf meine Frage, wie lange es denn in etwa dauern würde, bekam ich zur Antwort, „schnellstmöglich, ich räume ihnen eine höhere Priorität ein, schließlich stehen sie an einer zweispurigen Bundesstraße“. Prima, dachte ich, das klingt ja gut. Das war um 13:11 Uhr!

In den folgenden 80 Minuten raste das ein oder andere Auto an mir vorbei, zwei Jungs hielten sogar an und boten ihre Hilfe an, „nee, danke, aber ich hab schon den ADAC gerufen“, von den Gelben Engeln jedoch weit und breit keine Spur. In der Zwischzeit hatte ich mich schon mit einem Buch (hatte aufgrund des Besuchs ja allen möglichen Krempel mit dabei) an den Straßenrand gesetzt um mir die Zeit zu vertreiben und nur hin und wieder mal die B50 abwärts zu blicken um nach dem „Engel“ Ausschau zu halten. Doch was sahen  meine Augen da? Grün Blau-Weiß kommt auf mich zu und beginnt auch schonmal vorsorglich zu blinken, dass sie auf den Standstreifen (also hinter mich) möchten. Die Herren kurbeln ihr Scheibe runter und fragen mehr oder weniger vorwurfsvoll (hatten wohl mit nem leeren Tank gerechnet) nach, was passiert sei. Als ich denen sagte, dass ich schon seit einer Stunde und zwanzig Minuten auf den ADAC warte, stiegen beide aus, und als seis das Normalste der Welt, wühlte einer der beiden in meinem Kofferraum nach meinem Notrad, setzte den Wagenheber an und machte sich ans Reifenwechseln. Er hatte sichs wohl auch etwas einfacher vorgestellt, die Muttern am montierten Rad zu lösen. O-Ton: „Hier sind meine kompletten 120 Kilo Dynamit nötig, um die Dinger aufzukriegen“. Sprachs und hüpfte auf den Radschlüssel. Witzig anzusehen, wenn so ein riesiger Ordnungshüter sich so ins Zeug legen muss. Die Hälfte der Muttern am Notrad waren schon wieder festgeschraubt, als dann endlich mein Gelber Engel ankam. Durfte sich dann auch vom Grünen (der war wirklich noch grün, nur das Auto war schon blau) auch als erstes Mal anhören, wo er denn jetzt erst herkäme. Ich bedankte mich hübsch artig bei den Polizisten, und schon waren sie wieder weg. Naja, auf jedenfall war ja die meiste Arbeit jetzt schon getan, er schraubte noch die beiden letzten Muttern fest, machte Luft in mein Notrad und schon war der Fall gegessen. Noch schnell eine Unterschrift gesetzt und ich durfte mit 80 km/ h (ein Hoch auf mein Notrad) die letzten 75 km zurücklegen.

Was war ich froh, als ich endlich hier zuhause angekommen war! Aber ich hab gelernt, an diesem „Freund und Helfer“-Spruch ist echt was dran!

5 Gedanken zu „Die Polizei dein Freund und Helfer

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  2. Miriam

    Super! Ich fühle mich ganz stark an deine „Ferienbücher“ erinnert, die noch heute in meinem Schrank stehen und die ich immer wahnsinnig gerne gelesen habe. Also: Weiter so! Liebe Grüße!

  3. StevieMC

    Hmm, liege ich richtig mit der Annahme, daß Du ein Fahrzeug aus dem VW -Konzern fährst ? So ein Notrad ist schon lustig. Nur weil die Damen & Herren Konstrukteure Platz sparen mußten gibt’s die Miniversion mit maximal 80 Sachen. War echt nicht so ein schöner Tag. Bin übrigens durch Chriss‘ Verlinkung hier gelandet und werde immer mal wieder reinschauen. Viel Spaß mit Deinem Blog & Liebe Grüße von der Weser!

  4. Bea Beitragsautor

    Ja, genau, einen wunderschönen VW Polo. Bin aber davon ausgegangen, dass die meisten Autos nur ein Notrad hätten. Aber ok, da hab ich mich wohl geirrt.
    Freue mich, dich mal öfter hier zu sehen.

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