Hochzeit 1 die Zweite

Hier war ja noch ein bißchen was offen. Schließlich musste das Brautpaar und dessen ganz frische Vermählung ja auch noch gefeiert werden.

Wie schon geschrieben, haben wir die Zeit zwischen Trauung und Feier dazu genutzt, die Verwandschaft erstmal zu besuchen. Schließlich sieht man die auch nicht alle Tage. Gab da auch lecker Nudelsalat und Kaffee, hab mich aber zurückgehalten, schließlich musste noch Platz sein, um abends noch zu essen. Da war ja mit jeder Menge Leckereien zu rechnen.

Bevors losgehen konnte, musste natürlich auch noch die Kleiderfrage gelöst werden. Ich hatte mich eigentlich im Vorfeld für ein neu erstandenes Kleid entschieden, was ich mir extra gekauft hab, da diesen Sommer eben drei Hochzeiten bei uns anstehen. Doch das Wetter war ja an dem Tag alles andere als schön, weshalb ich ziemlich unentschlossen war, ob der Hosenanzug vom Vormittag nicht die bessere Lösung wäre. Aber was tut man nicht alles, wenn man sichs vorher in den Kopf gesetzt hat… hab mich also für das Kleid entschieden, auch wenn ich für den besonders frostigen Fall dann den Hosenanzug noch eingepackt habe. Auch wenn ja in der Einladung stand, dass jeder anziehen könne, was er möchte und ich auch “vorgewarnt” wurde, dass mit legerer Kleidung zu rechnen sei, wollte ich mich hochzeitsgästemäßig fühlen und bin auch davon ausgegangen, egal wie die andren aussehen, zumindest die Braut wird wohl das weiße Kleid der Trauung anhaben.

Ach ja… der spitzfindige Leser wird schon ahnen, dass ich mich da getäuscht habe. Auf der Feier angekommen, begrüßten uns auch sogleich Braut und Bräutigam. Und was war? Beide in Jeans. Und dabei war das Brautkleid wirklich traumhaft schön und definitiv zu schade für seinen einstündigen Einsatz vom Vormittag. Aber ich war dennoch froh über meine Entscheidung “Pro schickes Kleid”.

Als erstes gabs dann wieder ein Gläschen Sekt, aber dann war für mich klar, so langsam sollte ich auf Bier bzw. Radler umsteigen. Das erste Schwelmer war noch etwas gewöhnungsbedürftig und lasch, aber ich konnte mich dran gewöhnen und versprach mir auch von meiner Seite einen längeren und entspannteren Abend, wenn ich eher nicht bei den andren beim Wein mithelfen würde.

Natürlich durfte auch eine Rede des Bräutigams nicht fehlen, in der er kurz den weiteren Verlauf des Abends umriss. Wer sich auf einen traditionellen Eröffnungstanz des Brautpaares gefreut hatte, dem wurde mit der Rede gleich die Vorfreude hierauf genommen. Mangels Talent Kenntnis hatte sich das Paar entschieden, nicht zu tanzen. Ich persönlich finde das die bessere Lösung, anstatt dass sich das Paar total unwohl fühlt, vor allem da es ja auch unter Beobachtung steht, und sich dadurch seinen Tag/ Abend verderben lässt. Zu unserer Freunde sollten wir dann auch noch einmal den hier erwähnten

Den Höhepunkt der Trauung bildete wohl das per Gitarre und Gesang vorgetragene Schandmaul-Stück “Willst du” des Trauzeugen für das Brautpaar. Einfach schön…

Trauzeugen zu Gesicht Ohr bekommen. Und zwar mitsamt seiner Band Henkersschmaus. Dies aber erst nach dem Buffet, was -wie auch im Vorfeld schon von mir erwartet- sehr
lecker war. Jede Menge verschiedene Fleisch- und Gemüsesorten sowie Beilagen wurden geboten, so dass für jeden Geschmack und Hunger etwas dabei war. Nachdem wir uns dann alle gestärkt hatten, kam dann auch die musikalische Untermalung. Und was soll man sagen? … Auch die komplette Band konnte sich wirklich hören lassen. Dies war dann auch der Grund, weshalb wir dann ganz spontan beschlossen haben, auf dem schon in einem Jahr stattfindenden gemeinsam geplanten Baumann-Geburtstag sollten die Jungs doch auch mal zeigen, was sie so könnnen. Wer also jetzt schon neugierig geworden ist, der bekommt eventuell in nur einem Jahr die Chance, sich selbst eine Meinung zu bilden. Bis dahin haben sie sich dann auch vielleicht einen Namen zugelegt, so dann ich nicht immer “sie” schreiben muss. Im Anschluss hat dann noch eine zweite Band ihr Können zum Besten gegeben, bevor dann Musik vom Band lief und der ein oder andre dann das Tanzbein schwingen konnte.

Die Bedienung der Gäste mit Getränken wurde den ganzen Abend von den Jungs der Feuerwehr übernommen. Wir hatten unseren ganz persönlichen Kellner Till, gerade mal 14 Jahre alt und total bemüht um unser Wohl. Er hat das auch echt super gemacht. Nur einmal wollte er hinter meinem Rücken ein Glas zur andren Seite des Tisches rüberreichen, ich hab ihn nicht gesehen, es kam zu ner Kollision, und zu meinem Pech war leider Rotwein in dem Glas… Hab mich natürlich ziemlich erschrocken und im ersten Moment auch geärgert, wusste ja aber, Till kann da nix für. Mir war aber auch nicht bewusst, dass ich Till irgendwie böse angeguckt hätte oder so, aber irgendwie hatte er scheinbar ab diesem Moment Angst vor mir. Er war immer total vorsichtig, wenn er neue Getränke gebracht hat und hat zu mir auch immer ziemlich viel Abstand gehalten. Auf jeden Fall war ich dann froh, dass ich meinen Hosenanzug noch dabeihatte. Kalt war mir zwar immer noch nicht, aber sauber wollte ich ja schon sein… Der Rest des Abends verlief dann ohne weitere Vorkommnisse lustig vor sich hin.

Der Abend war auf jeden Fall sehr gelungen, und sogar bezüglich der Heimfahrt hatte sich das Brautpaar um alles gekümmert. Wir hatten einen Fahrer (auch ein Feuerwehrmann), der uns wohlbehalten in unserer Pension abgeliefert hat, wo wir dann den Schlaf der Gerechten und ein bißchen Angetrunkenen schlafen konnten, um uns am nächsten Morgen frisch gestärkt nach Hause und auf direktem Weg ins Wahllokal zu begeben.

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