Tag drei in unsrer Hauptstadt
Jetzt sind wir schon so lange zurück, es ist schon fast nicht mehr wahr… der Alltag hat uns längst wieder und ich hab immer noch nicht von den verbleibenden Tagen berichtet, jetzt solls aber langsam mal zuende gebracht werden, bevor ich mich an nix mehr erinnere
Bis jetzt hatten wir ja echt Glück mit dem Wetter, immer wars trocken und auch eigentlich für September meist noch angenehm warm. An unsrem dritten Tag in Berlin machten wir uns dann auch auf, um endlich den Reichstag von innen zu begutachten (naja, eigentlich nur die Kuppel, denn ansonsten gibts da sitzungsmäßig an nem Sonntag halt nix zu sehen). Als wir starteten war von Regen noch nix zu spüren, was mir allerdings ein bißchen komisch vorkam war, dass vor dem Reichstag der Boden ganz nass war. Naja, war ja für uns eher ein Grund zur Freunde, somit hatte dieses Fleckchen Erde wohl schon den für es bestimmten Regen abbekommen, und man machte sich nicht ganz so große Sorgen, dass die Schlange vor dem Gebäude wirklich enorm war… 
Und wir lächelten und waren froh… und es kam schlimmer… Wir hatten noch nichteinmal die Hälfte der Wartezeit hinter uns, da fings dann auf einmal richtig heftig an zu regnen. Und man kann sich ja sicher vorstellen, wie angenehm das ist, wenn plötzlich in einer Schlange von Menschen mindestens mal jeder zweite seinen Schirm aufspannt. Jeder tropft jedem auf die Schulter, und alle werden so richtig fies nass. Deshalb war die Freunde dann auch um so größer, als wir dann in den Bau rein durften. Als erstes durch ne Sicherheitskontrolle, dann mit dem Aufzug rauf auf die Kuppel, hier konnte man sich dann so einen Audioguide schnappen (würde ich jedem empfehlen, die Dinger waren wirklich gut) und dann ist man immer im Kreis bis nach ganz oben gelaufen. An gewissen Punkten auf der Runde hat der Audioguide dann ein Signal bekommen und man wurde aufgefordert stehenzubleiben, nach links zu sehen, nach rechts zu sehen, man bekam alle Gebäude erklärt, die man von dort oben sehen konnte und auch zum Reichstag wurde natürlich einiges erzählt. Auf jeden Fall ein lohnender Besuch, für den man nur ein bißchen Zeit mitbringen sollte, denn ich gehe davon aus, dass bei gutem Wetter die Schlange evtl. noch ein bißchen länger ist. Leider hatte der Regen noch nicht aufgehört, als wir unsere Reichstagstour beendet hatten, aber war auch nicht weiter schlimm, wir hatten sowieso für diesen Tag eher Highlights im Inneren geplant. Unser nächster Punkt der Reise führte uns zum Haus am Checkpoint Charly, einem Museum, in dem es alles rund um den Grenzübergang aber auch zu Fluchtversuchen aus der DDR zu sehen gab. Das Museum war allerdings für meinen Geschmack etwas zu vollgestopft. Man bekam unheimlich viel zu sehen, alles aber irgendwie sehr unsortiert und dicht beeinander, unheimlich viele lange Texte, die man am Anfang zwar noch alle versucht hat zu lesen, aber gegen Ende wurde es dann einfach zuviel. Der Eintrittpreis des Museum lag mit 12,50 Euro meiner Meinung nach recht hoch, dafür dass man sich nicht besonders viel Mühe mit der Aufbereitung der Informationen gemacht hat. Dieses Museum würde ich nicht unbedingt als absolutes Muss eines Berlinurlaubs ansehen und auch nicht unbedingt empfehlen. Ebenfalls ein bißchen schade fand ich, dass das Fotografieren in dieser Sehenswürdigkeit verboten war. Aber als wir nach dem Besuch unsere Sachen aus dem Schließfach geholt haben, da waren diese wieder soweit getrocknet und draußen klarte das Wetter wieder auf. Somit konnten wir uns noch den Gendarmenmarkt ansehen, ohne durch und durch zu erfrieren und nass zu werden und wurden hier auch noch Zeuge eines Fernsehdrehs. Es sah alles sehr spektakulär aus, großräumig abgesperrt, viele Leute die sich wichtig vorkamen, ganz viel Hektik, Kameras, Beleuchtung, ein Haufen Schauspieler… Leider sind wir beide nicht so bewandert in der deutschen Soap-Welt, so dass wir nicht wussten, ob hier evtl. eine Folge irgendeiner dieser pädagogisch wertvollen Unterhaltungssendungen gedreht wurde. Doch dann sollte sich alles aufklären, ich konnte hören, wie eine der wohl wichtigen Personen einer anderen Passantin die Frage beantwortete, die auch mir auf den Nägeln brannte… was läuft hier ab? Leider war es dann alles so ganz und gar nicht spektakulär, es handelte sich schlicht und ergreifend um einen Werbespot der Handwerkskammer, man bekam auch so gut wie nichts “geboten”, und wir sind dann auch weitergezogen, als kaum noch was passierte. Unser Weg führte uns noch zu dem ein oder anderen Gebäude, wir legten wieder viele Kilometer zufuß zurück, bevor wir ein weiteres Mal zu einer Pause in Hotel einkehrten, bevor es zum Abendessen gehen sollte. Dieses Mal führte der Hunger uns nach Kreuzberg. Auch hier verschafften wir uns als erstes ein Überblick über Land und Leute, über das Leben auf und in den Straßen und auch über das Essensangebot. Und was dann passierte, das lässt mich immer noch staunen. Da geht mein Mann doch tatsächlich mit mir in ein vegetarisches Restaurant! Schon von außen konnte man die Speisekarte sehen, und als er da dann den ein oder anderen Burger gefunden hat, da dachten wir uns, probieren kann mans ja mal. Leider war auch ich im Endeffekt nicht ganz so zufrieden, wie ichs erwartet hätte, die Fleischersatzprodukte schmeckten nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, besonders mein Baconburger hatte geschmacklich und optisch keine Ähnlichkeit mit Bacon. Kein Vergleich zu meinen geliebten Vegetarischen Burgern von LeGusto, dies bei Aldi zu kaufen gibt. Naja, aber einen Versuch wars wert, und die Leute machten auch nen ganz sympathischen Eindruck… Das wars für heute, die Zeilen zum nächsten und damit letzten Tag gibts auch heute noch… versprochen!