Rittermahl in der Alten Burg zu Longuich

Am Samstag war es endlich soweit, das Geschenk der Ex-Arbeitskollegen vom Schatz wurde eingelöst.
Wir brachen auf zum Rittermahl auf der Alten Burg zu Longuich.

Und da es sich mit Freunden auch gleich noch viel besser speisen lässt, kamen diese dann auch noch mit zur Burg.

Da wir passend gekleidet sein wollten (und dachten die andren sehen das ähnlich) gingen wir in Gewandung zur Burg. Da wurde sich dann im Burghof aufgestellt und wir warteten darauf, dass es losgeht. Da fielen wir dann zwar schon ein bißchen auf (alle anderen waren dann doch in Jeans und T-Shirt unterwegs), aber eigentlich eher positiv.

Als dann endlich auch unser Musikus eingetroffen war, konnte das Ganze losgehen. Die „Show“ begann im Innenhof, wir wurden gebührend begrüßt und auch schon ein klein wenig musikalisch unterhalten. Die Gastgeber versäumten es allerdings nicht, uns darauf hinzuweisen, dass es sich um ein gesittetes Mahl handelt (also war wohl nix mit Knochen hinter sich werfen und sich so richtig daneben benehmen).

Anschließend gings dann in die Burg, es wurden Tischkarten verteilt, man wurde einzeln zum Rittermahl begrüßt und bevor man an den Tisch geführt wurde, wurden die Hände gewachen und man bekam einen Latz.

Wie man hier erkennen kann, stand uns einiges an Leckereien bevor.

Los ging es mit einem Becher Met und einer Begrüßung. Danach folgte körbeweise Brot, was man sich mit Schmalz bestreichen konnte (worauf ich dann gerne verzichtet habe -also auf das Schmalz) um den Appetit auf die noch folgenden Gänge anzuregen. An dieser Stellen wiesen wir unsere Magd dann darauf hin, dass zwei von uns einige Dinge von der Speisekarte wenn möglich gerne ersetzen würden, da wir wenn auch nicht 100%ig vegetarisch, so doch bei einzelnen Speisen etwas klott waren.

Somit unterschied sich mein folgender Gang auch von dem auf der Speisekarte. Anstatt der Fleischpastete nach Art der Burgjäger bekam ich einen Salat, der aber sicher genauso gut schmeckte. Das Austauschen war gar kein Problem, man sollte nur vorher Bescheid sagen.

Anschließend wurde nochmal was für unsere Unterhaltung getan und es wurde aus den Reihen der teilnehmenden Gäste eine der Damen bezichtigt, eine Hexe zu sein und es sollte per Gottesurteil der Beweis hierfür erbracht werden. Die Dame musste den nun folgenden Gang (Longuicher Süppchen) vorkosten und sollte sie dies überleben, so handele es sich wohl nicht um eine Hexe. Welch ein Glück, alles lief glimpflich ab, wir hatten keine Hexe in unseren Reihen, die Suppe war auch ok und so konnten alle zum nächsten Gang übergehen.

Um die Kehlen nicht zu sehr austrocknen zu lassen, wurden zwischendurch immer wieder Getränke auf Bestellung gebracht, aber auch hier wurde darauf geachtet, dass alles stilecht und authentisch ablief.

Nach der anschließend gereichten Bachforelle (des meiner Meinung nach besten Gangs des Abends) folgte dann der Hauptgang. Leider konnte nicht wie in der Speisefolge angekündigt die Spansau gereicht werden, da eine größere Gruppe der Gesellschaft leider abgesagt hatte und sich somit eine ganze Sau nicht gelohnt hat. Anke und ich bekamen sowieso wieder ne Extra“wurst“ und man kredenzte uns Gemüsetaler und Gemüseflammkuchen. Für die andren gabs anstelle der Spansau dann Haxe, die aber schon sehr bombastisch war:

Dieses üppige Mahl musste sich dann natürlich erstmal setzen, und somit war nach dem Magenwohltäter Kräuterhexe wieder Unterhaltung angesagt. Und da der Saal zu über der Hälfte mit Männern besetzt war, wurde hier dann der Kampfgeist angestachelt und zwei der Herren (auch wieder aus dem Kreis der Besucher) traten in den direkten Wettbewerb!

In der ersten Runde ging es darum, dass Publikum gebührend musikalisch zu Applaus anzuspornen. Beide Kontrahenten hatten sich dazu entschieden, mit Hilfe eines Kanons das Publikum mit einzubinden, aufgrund der ähnlichen Lösung der Aufgabe ging diese Runde dann auch unentschieden aus, man konnte bei der Lautstärke des anschließenden Beifalls keinen Unterschied erkennen. In der zweiten Runde musste dann ein Baumstamm zersägt werden, hier ging dann einer der Teilnehmer als eindeutiger Sieger hervor, wobei man munkelt, dass der Stamm auch nicht auf beiden Seiten gleich dick gewesen sei.

Seis drum, am Ergebnis hätte das wahrscheinlich auch nichts geändert, denn auch Runde drei (das Leeren eines großen Kruges Met) ging an den Kontrahenten aus Luxemburg, so dass dieser als Sieger aus dem Großen Duell hervorging und sich somit die Erhebung in den Ritterstand verdiente. Es erfolgte der Ritterschlag, es wurde eine Urkunde ausgehändigt, aber das Schwert durfte der Sieger leider nicht für sich beanspruchen. Aber auch der zweite Sieger ging nicht leer aus und durfte eine Flasche Wein mit nach Hause nehmen.

Beim anschließenden Nachtisch, dem ofenfrischen Apfelkuchen, wurden wir dann wieder von dem Musiker auf seiner Laute unterhalten, es wurde gesungen und gelacht, der Abend klang langsam beim letzten Gang (der Käseplatte) aus und uns bleiben die Erinnerungen an einen wunderschönen und unterhaltsamen Abend, viele Fotos, ein wirklich gelungenes Gruppenbild (vielen Dank an unsere Magd, die sich als Fotografin zur Verfügung gestellt hat) und natürlich dieser Blogartikel, der hoffentlich ein bißchen was vom Flair des Abends rüberbringen konnte!

2 Gedanken zu „Rittermahl in der Alten Burg zu Longuich

  1. Thomas

    Hallo Bea,
    schöner Artikel! Aber war ja auch ein toller Abend…auch wenn ich mich beim Wettstreit mit dem „Sieger der Herzen“-Titel zufrieden geben musste…;-)
    VLG,
    Thomas

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